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Brandungsangeln
Driftfischen
Naturköderangeln
Pilken
Schleppfischen

Speed Jigging




Pilken

Die gängigste Angelmethode wenn man auf dem Meer vom Boot aus angelt ist das Pilken. Dabei ist es egal ob man von einem kleinen Boot aus angelt oder auf den Planken eines Kutter Steht. Bei dieser Angelmethode wird der Köder (Pilker, Bild 1) meist schnell bis zum Grund herabgelassen. Nachdem wieder Kontakt zum Pilker aufgenommen wurde wird jetzt der Pilker durch ständiges anheben der Rute einige Meter vom Grund gehoben, und dann wieder herabgelassen. Die Geschwindigkeit und die Höhe des Anhebens sind dabei jeden selbst überlassen. Dass der Köder auch wirklich am Grund angekommen ist erkennt man daran, dass keine Schnur mehr von der Rolle läuft. Dabei ist es wichtig, dass Gewicht des Pilkers den Angelbedingungen anzupassen. Je tiefer man angelt umso mehr Gewicht wird benötigt um ordentlich Kontakt zum Köder zu halten. Auch die Stärke der Drift spielt eine große Rolle. Je stärker die Drift umso mehr Gewicht bedarf es den Pilker auf den Meeresgrund zu bekommen. Zur Anwendung kommen die vielfältigsten Pilksysteme mit (Bild 2) oder ohne Beifänger. Die Bisse der Fische erfolgen sowohl in der Anheb- als auch in der Absenkphase.

 
  Bild 1          Bild 2

 


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Brandungsangeln

Das Brandungsangeln ist theoretisch in alle Weltmeeren möglich. Sehr beliebt ist es bei uns in der Nord- und Ostsee, wobei die Ostsee den Vorteil hat, dass man sich nicht nach den Gezeiten richten muss. In Gewässern mit Ebbe und Flut lohnt sich das  Angeln 3 Stunden vor und zwei Stunden nach Höchststand des Wassers. Die besten Zeiten zum Brandungsangeln in der Ostsee sind die Wintermonate. Zielfische sind meist Plattfische und der Dorsch, die dann näher unter Land kommen. Geangelt wird mit 3,9 m bis 4,50 m langen Ruten mit Wurfgewichten bis zu 250 Gramm. Dabei wird soweit wie möglich ausgeworfen um in tieferes Wasser zu kommen bzw. die in der Ostsee vorhandenen Rinnen zu treffen. Die Ruten werden mit Hilfe eines Brandungsrutenhalters steil in den Himmel gestellt (Bild 2) um so viel wie möglich Schur aus dem Wasser zu bekommen. Die Bisse sind dann durch heftiges vibrieren der Rutenspitze zu sehen. Bild 1 sehr häufig verwendetes System zum Brandungsangeln.

 

  Bild 1        Bild 2

 
 

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Naturköderangeln im Meer


Das Naturköderangeln ist wesentlich einfacher und stressfreier als das Pilken. Beim Angeln mit Naturködern wird der Köder mit einem Blei beschwert und bis zum Grund herabgelassen. Dabei ist zu beachten, dass der Köder immer kurz über dem Grund gehalten wird. Man kann die Lockwirkung noch etwas erhöhen in dem man den Köder in unregelmäßigen Abständen ähnlich wie beim Pilken etwas anhebt und wieder absenken lässt. Die Bisse der Fische sind dann deutlich durch ein rucken in der Rutenspitze zu spüren. Je nach dem welche Fische zu erwarten sind verwendet man als Köder Fischfetzen (meist von Hering, Makrele oder Seelachs) als auch Wattwürmer, Muscheln, Schrimps und Teile vom Tintenfisch. Bild 1 System für Naturködermontage.

 

                   Bild 1

 
 

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  Schleppfischen

Das Angeln, bei dem der Köder hinter einem fahrenden Boot hergezogen wird (Bild 1), bezeichnet man als Schleppfischen. In unseren Regionen wird meist auf Meerforelle, Lachs, Dorsch, Hornhecht und Makrele gefischt. In anderen Regionen fischt man auf die Giganten der Meere, wie Marlin, Thun oder Segelfisch. Das Angeln kann dabei recht eintönig werden, da der Köder nur hinter dem fahrenden Boot hergezogen wird. Der Fisch hakt sich beim Biss von selbst und muss „nur noch“ ausgedrillt werden. Die Aufgabe des Skippers ist das Steuern des Bootes und das finden der Fische. Es gibt unterschiedliche Arten des Schleppfischens. Bei der Verwendung eines Downrigger  wird der Köder mit Hilfe eines Bleigewichtes auf Tiefe gebracht. Das Blei (oft mehrere Kilo schwer) wird mit Hilfe einer Winde (Downrigger Bild 2) und eines Stahlseiles ins Wasser gelassen. Die Tiefe zeigt dabei ein Tiefenmesser an. Die Angelschnur mit den Köder wird mit Hilfe eine Clips befestig der bei einen Biss die Schnur sofort frei gibt so das der Fisch gedrillt werden kann. Als Köder verwendet man Wobbler (Bild 3) oder Naturköder. Bei den Oberflächenschleppen werden die Ruten in die dafür vorgesehenen Halterungen gesteckt. Bei kleineren Ködern kann die Rute auch in der Hand gehalten werden. Als Köder kommen meist Kunstköder wie Wobbler (mit Tauchtiefen bis zu 10 m), Lures (Bild 4) oder Popper zum Einsatz. Um mit mehr Ruten fischen zu können werden auf professionellen Booten zwei oder mehrere Schnüre mit Clips an Ausleger (Outrigger Bild 5 und 6) befestigt. Bei diesen beiden Arten der Angelei ist es sehr wichtig im Vorfeld die richtige Bremseinstellung der Rolle vorzunehmen, denn hier wirken gleich mehrere Kräfte auf die Schnur die sie sehr schnell zum bersten bringen können. Die Bisse bei beiden Arten sind durch aufheulen der Rollenbremse zu erkennen. Der Fisch ist in den meisten Fällen schon gehakt.  Zielfische sind hier alle Räuber die in der Nähe der Oberfläche jagen.

 

 
  Bild 1  Bild 2  Bild 3
 
  Bild 4  Bild 5  Bild 6
 
 

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Speed Jigging

 
 

Eine neue Angelart, die ursprünglich von der asiatischen Berufsfischerei stammt, findet auch bei den Norwegenanglern immer mehr Anhänger. Gemeint ist das Speed Jigging. So einfach wie diese Methode zu angeln auch ist, so anstrengend kann sie auch sein. Dabei wird der Köder, meist ein schlanker Pilker bei offenem Bügel bis auf den Grund abgelassen. Danach wird er mit sehr großer Geschwindigkeit einfach wieder nach oben gekurbelt. Ob man den Köder unterwegs durch kurze Stopps, Rucken oder anderen Bewegungen noch etwas Leben einhaucht bleibt einen jeden Angler seiner Fantasie bzw. Erfahrung überlassen. Die Zielfische in Norwegen sind Seelachs (Köhler), Pollack, Makrele und Dorsch. Dabei besitzt der Jigg (Pilker) keinen Drilling am Ende, sondern der oder die Haken (Assist Hook) befinden sich an einer extra Schnur (Shock-Leader) neben dem Jigg. Man befestigt ihn an einem separaten Stahlring (niemals an den Sprengring des Pilkers oder Jiggs befestigen!!) wie ihn viele gute Salzwasserwirbel haben (siehe Bild 1). Als gute Verbindung eignet sich besonders der Albright-Knoten (siehe Bild 2). Als Gerät verwendet man Spinnruten in 2,40 bis 3,00 Meter Länge sowie große Stationärrollen oder Multis mit einer hohen Übersetzung. Dabei sollte nur hochwertiges Material zum Einsatz kommen! Um auch in großen Tiefen (jenseits der 100 Meter) zu fischen verwende ich eine rund geflochtene Schnur (max. 0.16 mm) mit einen ca. 0,30 mm – 0,35 mm Monofilen Fluorkarbon von 30 Meter Länge. Als gute Köder haben sich die „Odin-Jiggs“ von PRO TACK, und die „Butterfly-Jiggs“ von Shimano herausgestellt. Sehr gute Fänge werden auch mit den Jensen Pilker gemacht. Wichtig! Bei dieser Angelart ist die Fischsuche mittels Echolot von Vorteil.. Sind die Fische erst einmal gefunden kann man mit dieser Art zu angeln riesigen Spaß haben. Die Bisse kommen vor allen bei größeren Exemplaren meist sehr rabiat in der Aufwärtsbewegung, deshalb die 30 Meter vorgeschaltete Monofile Schur. Die soll diesen harten Einstieg abbremsen und das Ausschlitzen des Hakens verhindern.
Die Bremse der Rolle sollte sehr feinfühlig eingestellt sein und die erste Flucht des Fisches darf auf keinen Fall brachial verhindert werden. Erst wenn der Fisch stoppt ist der Angler an der Reihe.
Kleine Bemerkung am Rande: Nicht nur in Norwegen findet diese Angelart immer mehr Freunde, auch in den warmen Gewässer werden immer mehr Fische (z.B. Thune, Travallys, Makrelen und Co) mit dieser verrückten Methode gefangen.

 

 
 

                  

 

 
 

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Driftfischen

Im Gegensatz zum Schleppfischen wird hier der Motor in die Leerlaufposition gebracht und man lässt das Boot mit der Strömung treiben (driften). Bevorzugt wird diese Angelmethode auf der Nord- und Ostsee verwendet. Hier liegen Hunderte von Schiffswracks, die immer gute Fische beherbergen. Nach dem der Skipper das Wrack gefunden hat, gibt er das Zeichen zum Angeln. Er lässt das Boot dann über das Wrack treiben. Wenn das Wrack unters Boot kommt sollte der Skipper dies immer ankündigen. In diesen Moment hebt man die Montage ca. 5 Meter an und lässt sie danach wieder gefühlvoll auf den Grund ab. Bewährt haben sich hier Naturködersysteme die man durch leichtes hüpfen über den Grund präsentiert. Die Bisse kommen oft in der Schwebephase, daher macht es Sinn immer die Schnur zwischen den Fingern zu haben um feinfühlige Bisse zu erkennen.