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São Miguel


São Miguel-Azoren

Man hat schon so viel gehört von den Azoren. Da kommt unser Wetter her, das berühmte Azorenhoch. So richtig inspiriert hat uns mal wieder ein Bekannter, der seine Reise auf die Azoren wegen den Coronabeschränkungen nicht antreten konnte. Wir hatte da mehr Glück. Wir buchten eine Pauschalreise, Hotel ÜF + Flug und noch einen Leihwagen dazu. Es ging nach São Miguel, die größte der Azoreninseln. Bei den Leihwagen war die Devise, je kleiner desto besser. Es wurde ein Fiat Panda und ich hätte keinen größeren Wagen haben wollen.
Für das Meeresangeln buchten wir zwei Ausfahrten über Tom´s Catchs und eine bei
HaMar, die wir im Internet gefunden haben. Es sollte zum Küstenfischen und Big Game gehen.
Auch vom Land aus wollten wir das Meer erkunden und hatten im Vorfeld schon ein paar Plätze recherchiert. Das Hotel wurde so gewählt, dass ein Fischen von Land aus oder in der Nähe möglich ist. Wir checkten ein im
Caloura Hotel Resort. Ein top gelegenes 4* Hotel (Landeskategorie) mit der Möglichkeit auch direkt das Wasser zu erreichen.
Die Tage bis zur ersten Ausfahrt verbrachten wir damit die Insel zu erkunden und schon mal den einen oder andere Wurf am Wasser zu machen. Doch das Blech was ich im Angebot hatte fand leider kein Interesse bei dem Meeresbewohnern. Am dritten Tag kam dann auch noch das Unglück dazu. Wahrscheinlich war das erste Teil nach dem Handteil meiner Reiserute nicht richtig zusammengesteckt oder hat sich beim Werfen mit dem schweren Needle Stick etwas gelöst, auf jeden Fall machte es ein unschönes Geräusch und beim nächsten Wurf kam es wie es kommen musste. Obwohl ich alle Teile nochmal richtig zusammensteckte brach die unterste Zapfenverbindung. Somit hatte ich keine Rute mehr um mit schwereren Gewichten im Meer zu angeln. Mir blieb nur noch meine 40g Spinnrute.
Also versuchten wir eben die kleineren Meeresbewohner zu überlisten. Von früheren Reisen wussten wir, dass die Einheimischen Angler dazu gern Teig verwenden und auch immer etwas Anfüttern. Mit einer Packung Toast Brot und ein paar Brötchen ging es das nächste Mal ans Wasser. Die Bisse ließen auch nicht lange auf sich warten. Obwohl ich kleine Haken verwendete war es nicht einfach das auch mal ein Fisch daran hängen blieb. Oft war nach 15-20 Sek. der Teig ab. Aber ohne Fisch gingen wir nie vom Wasser. Etwas wurde immer gefangen und wir freuten uns über jede neue Spezies die wir auf unserer Haben Seite verbuchen konnten.
Die erste Ausfahrt mit dem Boot startete in Formosa, im Norden der Insel. Auf das kleine Unternehmen
HaMar sind wir wie schon gesagt bei den Recherchen im Internet gestoßen. Hinaus ging es mit einem Fischerboot. Bruno, von HaMar begleitete uns zusammen mit einem Fischer. 5 Uhr in der Früh ging es los. Das Wetter war top. Als erstes kamen ein paar Wobbler an die Ruten, denn früh am Morgen war Barrakuda Zeit. So dauerte es auch nicht lange bis der erste am Haken hing. Kein Riese, aber der Zielfisch war gefangen. Danach wurden die Grundruten startklar gemacht. Auch hier dauerte es nicht lange bis die ersten Fische am Haken hingen. Als Köder dienten Tintenfisch (Squid) und Garnelen (Schrimps). Es wurden ein paar schöne Fische gefangen und wir sind mit dem Ergebnis am Ende der Tour echt zufrieden.
Bis zur nächsten Ausfahrt vertrieben wir uns wieder die Zeit mit dem Highlights der Insel und davon gibt es reichlich. Das Gute ist, dass man alles in max. 30-45 Min. per Auto erreichen kann. Zumindest von unserem zentral gelegenen Hotel. So entdeckten wir auch einen neuen Platz um von den Felsen aus zu angeln. Jetzt tauschten wir allerdings den Brötchenteig gegen Squid, der hielt ein paar Sekunden länger am Haken.
Die nächste Ausfahrt rückte näher. Es sollte auf Marlin gehen. Die Aussichten seien extrem gut, so der Kapitän. Leider haben das die Marline anders gesehen. Von drei Booten die in unseren Bereich ihre Lures durchs Wasser zogen hatte nur ein Boot einen Biss. So sollte es mit meinen ersten Marlin also wieder nichts werden. Naja, das Angeln und das Singen kann man nicht erzwingen, so ein altes Sprichwort. Also fieberten wir der letzten Ausfahrt zu. Doch das Pech blieb uns treu. Ein starker Nordwind machte die Ausfahrt im Norden von São Miguel unmöglich. Im Süden der Insel sind alle Boote ausgebucht oder hatten nur noch für einen halben Charter (4Stunden) Zeit.
Jetzt hatten wir viel Zeit auch die letzten Miradouros (Aussichtspunkte)zu besichtigen. Zum Glück hatten wir irgendwann alle Sehenswürdigkeiten abgearbeitet, denn das Wetter wurde etwas wärmer, aber dafür auch nicht mehr so sonnig. Ich liebe nun mal Urlaubsbilder wo etwas Blauer Himmel zu sehen ist. Auch die Landschaft sieht mit Sonne viel schöner aus.
An dieser Stelle muss ich auch mal ein kleines Manko anmerken. Meist sind wir gegen 16 Uhr mit unseren Autowandern fertig gewesen. Unser Plan war, dass wir uns eine Gaststätte suchen, schön was essen, danach zurück ins Hotel um den Tag gemütlich an der Poolbar mit ein paar geistlichen Getränken ausklingen zu lassen. Leider öffneten viele Restaurants erst um 18 Uhr, oder es gab vorher nur eine „kleine Karte“ mit Sandwich, Burger oder Pizza. Ist so gar nicht unsere Esskultur. Auch gab in vielen Gaststätten ähnliche Speisen. Da haben wir uns mehr Vielfalt erhofft.
Ok, wieder zurück zum Angeln. Da wir mit unserem Kapitän ständig über WhatsApp in Verbindung standen und auch wir die Wetterapps deuten können wurde für den letzten Urlaubstag die ausgefallene Tour doch noch angesetzt. Diesmal waren wir an Bord von
North Shore Fishing Tours und Kapitän Pedro brachte uns sofort an den Fisch. Es wurde wieder zuerst auf Barrakuda geschleppt. Wir sahen die Fische manch mal unter dem Boot, oder wie sie in nur 5 Meter Entfernung auf der Jagd nach den Sardinen aus dem Wasser sprangen. Vier Stück konnten wir fangen dann ließ die Aktivität der Fische nach. Da zum Grundfischen der Wind oder die Drift immer noch zu stark war, war heute größtenteils Trolling angesagt. An einigen gespeicherten Plätzen stoppte Pedro das Boot und er gab uns die Ruten zum Speedjiggen. Es stiegen mehrere Bluefishe ein, aber alle gingen kurz vor dem Boot verloren. Beim Trolling fingen wir erstaunlicher Weise heute die meisten Fische. Grouper (Zackenbarsch), über die wir und besonders freuten, Lippfische, Sägebarsche, sogar Petermännchen stürzten sich auf die Wobbler. Pedro gab sich richtig Mühe und brachte uns immer wieder an seine Top Stellen. Nochmals Danke dafür. Auf dem Rückweg zum Hafen zeigte uns Pedro noch ein paar besonders schöne Küstenabschnitte ganz aus der Nähe. Ein Top Mann, kann man nur weiterempfehlen.
Zurück im Hafen verabschiedeten wir uns von Pedro, denn wir mussten schnell ins Hotel zurück, Koffer packen, noch was essen, nach 18 Uhr, ein zwei Bierchen und hoffen, dass uns die TAP wieder gut zurück in die Heimat bringt. Fazit:
Eine absolut sehenswerte Insel! Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten auf so engen Raum. Dadurch, dass die Insel nur 65 km lang und 16 km breit ist, hat man viele Punkte in kurzer Zeit erreicht. Wir haben es trotzdem geschafft in den 14 Tagen 1500 km zu fahren. Dafür haben wir aber auch fast alle Höhepunkte gesehen. Wer allerdings nicht zum Angeln auf die Insel kommt, sollte dafür eine Woche einplanen und dann lieber noch ein Inselhopping machen.
Ach ja, das Azorenhoch macht nur bei uns das schöne Wetter, auf São Miguel sollte die Regenjacke immer griffbereit sein.



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